Die Idee zur Gründung des Vereins

Wie alles begann:

Alles fing an mit meinem Sri Lanka Aufenthalt bei meinen Pateneltern in Colombo im Dezember 2004. Beim Anblick  der bettelnden Kinder auf den Straßen, die man sehr zahlreich sehen kann, wenn man mit dem „Tuck-tuck“ unterwegs ist. Mein Freund Shane erzählte mir über die Bettlerorganisationen in Colombo, die Kinder mit Drogen betäuben, um sie zum Betteln zu benutzen. In den ärmeren Vierteln sah ich viele junge Frauen mit Kindern auf den Armen, die wie gelähmt da lagen. Wenn das erbettelte Geld wenigstens denen zugute kommen würde, so dachte ich mir, wäre es ja gar nicht so fatal. Das Geld jedoch kommt zu einem großen Teil den „Bettleranführern“ zu.

Einige Tage später lief ich mit meinem Patenonkel durch die Straßen einer ärmeren Gegend, als mir ein alter Mann entgegenkam und mich um Geld bat. Ich gab ihm 1000 Rupien (etwas mehr als 7 Euro). Dafür kann er sich für ca. 2 Wochen sein Essen kaufen. Den Blick dieses Mannes werde ich nie vergessen. Die Dankbarkeit in seinen Augen war nur zu deutlich. Ich wusste nicht, welche Summen üblich sind, den Bettlern zu geben, deshalb griff ich ohne hinzusehen in meine Tasche, mit dem Gedanken, diesem Mann das zu geben, was ich dann in der Hand haben würde. Mein Patenonkel sagte mir, dass dies viel zu viel sei, es würde doch normalerweise nur 25 – 50 Rupien gegeben (20 – 30 Cent).

Da legte sich schlagartig ein Schalter inmeinem Kopf um. Was sind für uns hier in Deutschland schon 30 Cent? Was können wir hier mit 7 Euro kaufen? Für 30 Cent können wir uns – mit ein bisschen Glück- gerade mal ein Brötchen kaufen.  In Sri Lanka kann sich jemand davon eine Tagesration Nahrung kaufen. Sicher nicht die exklusivste, aber ausreichend, um nicht zu hungern.

Ich dachte lange über diese Situation nach, was unser Geld doch woanders auf der Welt noch wert ist, und ich sprach auch mit anderen darüber.

Meine Patenfamilie sind sehr hilfsbereite Menschen, sie geben, wo sie können, den Armen, Kindern, wo immer Hilfe benötigt wird, helfen sie gerne. Und das, obwohl sie selbst kaum Geld zum Überleben haben.

Bei ca. 120 Euro monatlich haben sie die untere Armutsgrenze überschritten, müssen nicht hungern und wohnen in einer Mietwohnung. Wir sprachen lange darüber, wie man helfen könne, als wir darauf kamen, selbst ein Waisenhaus aufzumachen. Wir entschieden uns, es einfach zu tun.

Mit den Mitteln aus Deutschland würde es sicher keine Probleme geben. So begannen wir, ein Modell in unseren Gedanken zu erschaffen.

Es sollte ein ruhiger und wunderschöner Platz sein, natürlich belassen, weit weg von der Stadt mit ihrem Lärm, den Abgasen und der Kriminalität, jedochm it einer guten Anbindung an die Infrastruktur. Ein Platz , der agrartechnisch bebaubar ist, um gesunde Nahrung selbst anzubauen. Ein Platz, an dem Kinder gefahrlos aufwachsen und dabei spielerisch in der Natur lernen können.

So zogen wir los und hielten hier und da Ausschau nach einem solchen Ort. Bei unserem Ausflug ins ‚Bergland fanden wir bei Nuwara Eliya einen Platz, ca. einen Hektar groß, mit einem Haus, jedoch ohne Dach. Dieser Platz stand zum Verkauf für ca.1.500 Euro. Eintausendfünfhundert Euro. Das ist gar nichts für so ein wunderschönes Grundstück. Da müssten ja nur 750 Menschen 2 Euro geben, und schon könnten wir es kaufen. Da dieses Grundstück von der Lokalität nicht sinnvoll gewesen wäre für ein solches Projekt, war es nicht weiter interssant . Was ich aber damit sagen will, ist, dass man für wenig Geld in Sri Lanka „Berge versetzen“ kann. Mit gemeinsamer Hilfe würden wir ein solches Projekt finanzieren können.

 

Sebastian Hehn

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